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Carolin war mit „Jugend mit einer Mission" in Indien (27.02. bis 11.03.2005)


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Mit der Organisation „Jugend mit einer Mission" bin ich für zwei Wochen in das Gebiet der Flutwellenkatastrophe vom 26.12.2004 gefahren.

Das Einsatzgebiet lag an der Ostküste Indien. In Chennai/ Madras sind wir gelandet. Unser endgültiges Ziel war ein christliches Kinderheim in Machilipatnam, 440 km nördlich von Chennai. Mit dem Zug ging es sieben Stunden an der Küste entlang nach Vijayawada und dann noch zwei Stunden mit dem Taxi nach Machilipatnam. Das Missionsteam war in einem Kinderheim für Teil- und Vollwaisen untergebracht. Der Leiter des Kinderheimes, Pastor Babuh, hat schon 200 christliche Gemeinden gegründet und leitet 50 Pastoren an. Wir hatten dort sehr schöne Gästezimmer, mit richtigen Betten, einer westlichen Toilette und Dusche. Auch war in den Räumen Klimaanlage. Eine sehr noble Unterkunft für die dortigen Verhältnisse! Danke Jesus!!!

Das Team bestand aus Einsatzleiter Peter (JMEM), David, Maren, Melanie, Anna, Christina und mir. Melanie, Anna und ich sind Krankenschwestern. Ich war und bin sehr fasziniert darüber, wie Gott diese Team zusammengestellt hat. Das hat einfach gepasst â€" Halleluja! Wir hatten eine sehr gut Zeit zusammen und mit Jesus. Vor den Einsätzen gab es immer eine sehr intensive Gebets- und Lobpreiszeit mit Bibellese. Auf das Flachdach des Kinderheimes konnten wir uns zurück ziehen und dort Gemeinschaft mit Gott haben. Auf dem Dach hat uns Jesus auf das vorbereitet, was tagsüber passieren wird. Jeden Tag haben wir die Waffenrüstung Gottes (Epheser 6,10-18) ganz bewusst angezogen und sind gestärkt im Geist in den Kampf gezogen. Jeden Abend haben wir auf dem Dach den Tag mit Gott beendet und Ihn für seine Treu und Güte, seine Herrlichkeit und Gnade gedankt.


In Indien herrscht eine völlig andere Kultur als in unseren westlichen Breitengraden. Frauen sind nicht wirklich viel wert, dürfen nicht ihre Beine, Schultern und Brust zeigen. Um die Menschen zu erreichen, haben wir uns alle indisch eingekleidet. Wir trugen Ponschawis. Das ist eine Hose und ein Kleid, welches über die Knie geht und ein Tuch mit dem man sich die Schulter und Brust bedeckt. Die Ärmel sind halb lang und die Hose geht bis zu den Knöcheln. Der Stoff ist schon angenehm: Baumwolle, doch das Tuch ist bei den Temperaturen (ca. 35°C und sehr hohe Luftfeuchtigkeit) lästig. Die Frauen haben nicht nur diese Art von Gewändern sondern auch Saris, fünf Meter lange Stoffe, mit denen sie sich auf eine ganz spezielle Technik einwickeln. Das ist sehr kompliziert. Darauf habe ich verzichtet.

Im Süden von Indien gibt es fast nur Hindus. Der Hinduismus hat viele Kasten und ca. 303 Mio. Götter. Dieser Glaube ist nicht nur Religion, sondern auch wie ein Sozialsystem. Menschen aus den niedrigen Kasten haben kein Geld für Essen und ein vernünftiges Dach über dem Kopf. Der Unterschied zwischen Reich und Arm ist in diesem Land äußerst extrem. Durch die Flutwelle ende Dezember wurden die Armen noch viel ärmer. Ihr spärlichen Hütten hat das Wasser mitgenommen und alles was sie hatten ist verschwunden. Vorher hatten sie sehr sehr wenig zu Essen, jetzt haben sich fast gar nichts mehr zu Essen. Die Männer haben ihre Arbeit verloren. Es gab dort eine riesige Garnelenzucht. Dort waren viele Menschen angestellt und konnten so ihre Familien versorgen. Tausende Familien hungern nun, weil sie kein Geld mehr verdienen können. Keiner hat Geld um die Garnelenzucht wieder intakt zu setzen. Durch Spendengelder wird nun versucht, Reisfelder anzulegen, da dann die Menschen gleich was zu Essen haben.

Wir haben versucht, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das geht nicht immer, da viele Spendengelder zweckgebunden sind. So gab es auch Aktionen, in denen wir Reis, gelbe Linsen und Öl an die Einheimischen verteilt haben. Ganze Dörfer wurden von uns mit Lebensmittel versorgt. Eine sechsköpfige Familie kommt mit 4 kg Reis, 1 kg Linsen und 1 l Öl eine ganze Woche aus. Die Menschen essen nichts anderes als Reis und einen winzigen Klecks Linsensoße; Früh, Mittag und Abend. Dadurch sind sie alle einseitig ernährt, haben Blutarmut, Vitamin- und Eisenmangel… Obwohl das Meer vor der Haustür ist, können sie sich es nicht leisten, Fisch zu kaufen. Fleisch ist noch viel teurer und Obst können sie sich auch nicht kaufen.

Während solchen Reisverteilungsaktionen haben wir den Leuten das Evangelium von Jesus Christus gebracht und für die Menschen gebetet. Es haben sich viele für ein Leben mit Jesus entschieden â€" Halleluja! Wenn die frischen Christen lesen konnten, haben sie eine Bibel geschenkt bekommen. Das ist so herrlich anzuschauen, wie Gott an diesen Armen Menschen wirkt!

Zweimal hatten wir uns einheimische Ärzte gemietet und mit diesen zusammen „Medical Camps" veranstaltet. Zu diesen Camps wurde ein offizieller Aufruf in der Stadt bzw. den Dörfern gemacht, dass hilfsbedürftige Leute kostenlos behandelt werden. Aus Deutschland wurden von unserem Team Medikamentenspenden von 50 kg mit eingeflogen. Wir Krankenschwestern haben den Ärzten assistiert, Blutdruck gemessen und Wunden verbunden. Die Menschen haben fast alle das gleiche: Blutarmut, Rückenschmerzen vom schweren tragen (Wasserkrüge, etc.), Würmer im Darm, Krätze auf/ unter der Haut, welche dann zu offenen, entzündeten Wunden führt. Während dieser Camps erzählte die andere Hälfte des Teams den Menschen von Jesus. Es wurde für die Einheimischen gebetet und auch hier entschieden sich viele für Jesus Christus!

Mir persönlich wurde richtig bewusst, was wir für einen gnädigen und barmherzigen Gott haben! Die Menschen treiben dort ganz heftigen Götzendienst, doch Jesus liebt einen jeden und ist für diese ganze Schuld am Kreuz gestorben. Es war sehr schön, dass ich miterleben durfte, wie Jesus dort Menschenherzen berührt und verändert hat. Ich bin sehr dankbar für die Zeit, die ich dort verbringen durfte und für das, was ich zusammen mit Jesus erlebt habe! Jesus gebührt alle Ehre â€" Halleluja! AMEN.

Mehr Fotos von diesem Missionseinsatz gibt es in der Galerie

 




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